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Thursday, May 8, 2014

Deutsch-Industrie produziert weniger

Die deutsche Industrie präsentiert sich im März schwächer als von vielen Experten erwartet. Produktion und Auftragseingang sinken. Ökonomen warnen aber davor, die Zahlen überzubewerten. 

Die deutsche Industrie hat im März an Tempo verloren. Dies zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. So erhielten die Unternehmen nicht nur weniger Aufträge, auch die Produktion war rückläufig. Bankvolkswirte gaben dennoch Entwarnung. Sie werteten den schwache Monat als „Ausrutscher“. Auch Finanzinvestoren behielten einen kühlen Kopf, der Euro geriet am Donnerstagvormittag nur kurzzeitig unter Druck.
Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, stellte das verarbeitende Gewerbe im März 0,5 Prozent weniger her als im Februar.

Es war der erste Rückgang seit Oktober 2013. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Der Zuwachs vom Februar wurde von zunächst 0,4 Prozent auf 0,6 Prozent nach oben korrigiert.

Mehr Konsum- und weniger Investitionsgüter

Innerhalb der Industrie wurde lediglich die Herstellung von Konsumgütern ausgeweitet. Dem Zuwachs um 0,5 Prozent stand ein Rückgang bei Vorleistungsgütern und Investitionsgütern gegenüber. Auch die Aktivität im Baugewerbe schwächte sich ab.
Volkswirte der NordLB sprachen von einem „holprigen Quartalsausklang“, der aber nicht dramatisiert werden sollte. Andere Ökonomen kommentierten ähnlich. Sie verwiesen auf den spürbaren Produktionsanstieg über das gesamte erste Quartal hinweg, der laut Wirtschaftsministerium bei 1,2 Prozent lag. Allerdings dürften die Zahlen ein Vorbote für ein schwächeres gesamtwirtschaftliches Wachstum im zweiten Quartal sein, hieß es von der Commerzbank.

Aufträge brechen im März ein

In die gleiche Richtung weisen Auftragsdaten vom Mittwoch: Demnach waren die Neuaufträge im März mit 2,8 Prozent so stark eingebrochen wie seit knapp eineinhalb Jahren nicht mehr. Dafür waren jedoch vor allem stark schwankende Großaufträge verantwortlich. Einige Analysten nannten darüber hinaus die politische Unsicherheit wegen der Krise in der Ostukraine als Grund für die Abschwächung. dpa


Bei der Berührung von einem Geschäft, online kaufen




Der mobile Versandhandel wächst. Auch Ältere kaufen zunehmend im Internet. Und jeder dritte bestellt regelmäßig ohne Kaufabsicht. 

Berlin - Sie stehen im Elektrofachgeschäft, begutachten eine Musikanlage – und kaufen sie noch im selben Moment für ein paar Euro günstiger online: Immer mehr Deutsche shoppen via Smartphone, und das zunehmend, während sie sich in einem Laden aufhalten. Das ergab eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Insgesamt machen demnach 27 Prozent der Internetnutzer von der Möglichkeit Gebrauch, über ein mobiles Endgerät, Smartphone oder Tablet, einzukaufen. Davon bestellt bereits jeder Vierte Artikel, während er ein Einzelhandelsgeschäft besucht. „Bei den 14- bis 29-Jährigen ist es sogar schon jeder Dritte, der mobil im Geschäft kauft“, sagte der Bitkom-Vizepräsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie in Berlin.
Die Menschen vergleichen Produkte im Laden und probieren sie aus. Online ließen sie sich häufig billiger finden, weil Versandhändler zum Beispiel die Ladenmiete sparen.
47 Prozent der Befragten gaben außerdem an, während der Arbeitszeit mobil einzukaufen. 49 Prozent tun das „bei Bekannten zu Hause“. 35 Prozent in Bus und Bahn, 48 Prozent, wenn sie anderweitig unterwegs sind, zum Beispiel in Parks oder Cafés.
Insgesamt kaufen 51 Millionen Deutsche Waren im Internet. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) stieg der Umsatz über Internet, Katalog oder Teleshopping im ersten Quartal 2014 auf 11,1 Milliarden Euro. Das war ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Am stärksten gefragt sind Kleidung, Unterhaltungselektronik und Bücher. Merklich gestiegen ist auch der Anteil älterer Onlineshopper: 88 Prozent der Menschen über 65, die das Internet nutzen, kaufen auch dort ein. Vor zwei Jahren waren es noch 79 Prozent.
Ein Problem für die Händler bleibt die hohe Retourenquote: Drei von vier Befragten gaben an, schon Waren zurückgeschickt zu haben. Jeder Dritte sagt sogar, Waren regelmäßig ohne Kaufabsicht zu bestellen. „Die Kunden ordern viel mehr, als sie kaufen wollen, mehrere Artikel zur Auswahl, auch verschiedene Größen“, erklärte der Bitkom.


Dabei ist die Bereitschaft, für Waren zu zahlen, gering: Ab Juni 2014 muss der Retourenversand unabhängig vom Warenwert nicht mehr kostenfrei angeboten werden. 40 Prozent aller Befragten sagen, sie würden bei Online-Shops mit kostenpflichtigem Rückversand vor der Bestellung genauer überlegen, ob sie die Produkte nicht woanders besorgen können.
2013 hatte der sogenannte interaktive Handel in Deutschland mit einem Gesamtumsatz von mehr als 48 Milliarden Euro ein Rekordwachstum erzielt.

Sunday, March 3, 2013

Shameless Werbung Tricks der Fast-Food-Restaurants

Es sieht lecker aus, was Fast-Food-Ketten in der Werbung präsentieren. In der Realität ist es aber dann mit der Herrlichkeit oft vorbei. Nun hat ein Konzern dafür im Internet reichlich Prügel bezogen

Ruhrpottcarpaccio, Mantateller, Truckerfrühstück. Liebevolle Synonyme findet der Fast-Food-Konzern McDonald's in seinem aktuellen Fernsehspot für sein neuestes Produkt: Currywurst.

Im Internet macht das Gericht Furore. Tausende Facebook-Nutzer, Blogger und andere selbst ernannte Restauranttester stellten binnen weniger Tage ihren Befund ins Netz. Allerdings fielen ihnen andere Ausdrücke ein: "Die größte Verarsche", "wie schon mal verdaut", "alles so matschig" sind die harmloseren.

Im Mittelpunkt der Kritik an der McDonald's-Wurst stehen nicht der Geschmack oder die Inhaltsstoffe, sondern die Optik. Die Wurst war kaum in der Welt, da veröffentlichten die ersten Verärgerten Fotos von dem, was sie in der Pappschale vorfanden.

Mehr als 109.000 "Likes" erhielt allein eine Montage, die ein Nutzer auf der Facebook-Seite von McDonald's gepostet hatte. Sie zeigt eine knackfrische Currywurst mit leuchtend roter Sauce, darunter ein bräunliches Etwas in klebriger Tunke. Auf die beiden Bilder montiert sind die Schriftzüge "Werbung" und "Original".
 
Die Feststellung, dass ein Reklame-Foto nicht die Wirklichkeit abbildet, scheint trivial. Zugleich werden in kaum einer anderen Branche Produktfotos so offensichtlich manipuliert und geschönt wie im Lebensmittelbereich. Food-Fotograf hat sich in der Werbebranche als Berufsbild etabliert. Eine kleine Stichprobe zeigt, dass deren Kniffe auch von anderen Fast-Food-Ketten geschätzt werden.

Gratwanderung für die Werbung


"Dass sich die Werbung nicht in erster Linie der unabhängigen Verbraucherinformation verpflichtet fühlt, ist allgemein bekannt", sagt Florian Kerkau, Geschäftsführer beim Marktforschungsunternehmen Goldmedia. Doch ein verstärkter Einsatz von Bildbearbeitung und anderen Techniken gerate in Zeiten von Facebook zur Gratwanderung.
"Die sozialen Medien fungieren als schneller Rückkanal, in dem jede Werbeaussage sofort einem Faktencheck unterzogen wird", sagt Kerkau. Firmen seien deshalb gut beraten, es bei der Darstellung ihrer Produkte nicht zu übertreiben. Dass Fotos "geshoppt" sind, also mit einer Bildbearbeitungssoftware manipuliert, ist in der Werbebranche normal. In einigen Ländern wird diese Praxis allerdings heftig diskutiert.
So hat Israel ein als "Photoshop-Law" bekannt gewordenes Gesetz verabschiedet, welches Unternehmen verpflichtet, manipulierte Bilder zu kennzeichnen. Hintergrund war die Sorge, dass mager-"geshoppte" Models den jugendlichen Schlankheitswahn befeuern könnten.
Die Fast-Food-Ketten versuchen derweil, die Gemüter zu beruhigen. "Für die werbliche Darstellung unserer Produkte ist es notwendig, alle verwendeten Zutaten zu zeigen und auch für den Gast leicht erkennbar zu machen", heißt es bei McDonald's. Das sei der Grund, "warum wir für Werbeaufnahmen unsere Burger fotografisch besonders bearbeiten".
Konkurrent Burger King streitet ebenfalls nicht ab, dass die Bilder bearbeitet werden. Dabei würden allerdings "niemals essenzielle Produkteigenschaften" verändert, "und die Produkte entsprechen in ihrer Zusammensetzung dem Original". Dies betont auch die Kette Subway. Die Produkte würden lediglich so arrangiert, dass in einer eindimensionalen Darstellung alle Zutaten zu sehen seien.