In Berlin und Brandenburg müssen alle Aufgabenblätter für die Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA)
und zur erweiterten Berufsbildungsreife für rund 40 000 Zehntklässler
neu gedruckt werden. Auslöser ist dem Vernehmen nach ein Diebstahl in
einer brandenburgischen Schule, der am Montag festgestellt worden war.
Das Brandenburgische Bildungsministerium informierte daraufhin die
Berliner Verwaltung, da die Bundesländer identische Aufgaben nutzen.
Allerdings nehmen in Brandenburg die Gymnasien nicht am MSA teil.
Anders als in Berlin werden im Flächenland Brandenburg die
Aufgabenblätter – neun pro Schüler – bereits ein paar Tage vorher an die
Oberschulen geliefert.
So konnte der Diebstahl überhaupt passieren. Die Berliner Schulen
bekommen die Unterlagen erst am Prüfungstag, also Dienstag früh. Diese
Lieferung war nicht mehr zu stoppen. Somit erhalten die Berliner die
„alten“ Aufgaben, ohne dass sie damit etwas anfangen können. Jetzt
müssen die Schulen eine Vertrauensperson (mit Ausweis) am Dienstag ab 7
Uhr in die Bildungsverwaltung am Alexanderplatz schicken, um die
Ersatzaufgaben entgegenzunehmen. Die Prüfung mit diesen Ersatzaufgaben
startet um 10 Uhr. Wer weniger als 50 Prüflinge hat, wird gebeten, die
Aufgaben selbst vom Server herunterzuladen und auszudrucken. Betroffen
vom Diebstahl ist auch die Englischprüfung, die am Donnerstag ansteht.
Angesichts des durch die frühe Auslieferung bedingten Sicherheitsrisikos
erwägt nach Informationen des Tagesspiegels das Potsdamer
Bildungsministerium, das Verfahren zu ändern. Die Schulen sind
eigentlich verpflichtet, die Aufgabenbögen diebstahlsicher im Tresor
unterzubringen. Ob die brandenburgische Schule mit
Schadensersatzforderungen rechnen muss, ist bislang offen.

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