Der Erzbischof von Edinburgh, Kardinal Keith O'Brien, ist zurückgetreten. Auch an der Papstwahl nimmt er nicht teil. Zuvor war über "unangemessenes Verhalten" gegenüber Priestern berichtet worden.
Der ranghöchste Würdenträger der katholischen Kirche in Großbritannien, Kardinal Keith O'Brien, ist zurückgetreten. Das teilte die katholische Kirche von Schottland am Montag mit. Papst Benedikt XVI. habe das Rücktrittsgesuch bereits am 18. Februar angenommen, hieß es in der Mitteilung, die auf Berichte über "unangemessenes Verhalten" O'Briens im Umgang mit Glaubensbrüdern folgte. O'Brien selbst teilte mit, der Papst habe den Rücktritt O'Briens als Erzbischof von Edinburgh und Saint Andrews auf den 25. Februar festgesetzt.
Laut Radio Vatikan hat der Papst den Amtsverzicht unter Berufung auf den Kirchenrechtskanon 401, Paragraf 1, angenommen. Der Paragraf schreibt Diözesanbischöfen vor, mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt anzubieten; O'Brien erreicht dieses Alter am 17. März.
O'Brien zählte bislang zu den 117 Kardinälen, die an der Wahl eines neuen Papstes nach der Rücktrittsankündigung Papst Benedikts teilnehmen sollten. Er erklärte nun aber, er werde nicht an dem Konklave zur Papstwahl teilnehmen.
Am Freitag, also bereits nachdem er seinen Rücktritt angeboten hatte, hatte sich O'Brien für eine Abschaffung des Zölibats ausgesprochen. Das Verbot für katholische Priester zu heiraten und Kinder zu haben sei "nicht göttlichen Ursprungs" und könne überdacht werden, sagte er dem Sender BBC Scotland. Jesus habe nicht gesagt, dass Priester nicht heiraten dürften, erklärte er. O'Brien sagte, er wäre "sehr glücklich", wenn Priester künftig einen Ehebund eingehen dürften.
Mehrere Priester erhoben einem Zeitungsbericht zufolge schwere Vorwürfe gegen O'Brien. Dieser habe bei diversen nächtlichen Aktivitäten "unangemessenes Verhalten" an den Tag gelegt, berichtete die Sonntagszeitung "The Observer" über eine angebliche Beschwerde an den Vatikan. Demnach geht es um Vorkommnisse vor 33 Jahren, die drei amtierende und ein ehemaliger Priester gemeldet hätten.
AFP/KNA/ks

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