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Friday, January 31, 2014

Schließen Helfer auf eine Belohnung für Autobatterien bekommen



Scheinbar erhalten ADAC-Pannenhelfer Prämien, wenn sie eigens für den Autoclub gefertigte Batterien verkaufen.


Neuer Vorwurf gegen den ADAC: Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ und des NDR-Magazins Panorama drängt der Autoclub seine Pannenhelfer, eigens für den ADAC von der Firma Varta gefertigte Auto-Batterien zu verkaufen. Dafür gebe es eine Prämie.
Ein ehemaliger Straßenwachtfahrer, der zehn Jahre als „Gelber Engel“ fuhr, behauptet den Angaben zufolge: „Autofahrern werden Batterien aufgeschwatzt, die sie nicht brauchen, oder die sie bei einem regulären Einkauf weit günstiger bekommen könnten.

“ Der ADAC wies diesen Vorwurf am Freitag zurück.

ADAC macht Druck, möglichst viele Batterien zu verkaufen

Vor dem Tausch einer Batterie werde diese mit einem Batterietester geprüft, betonte der Autoclub. Mit Stichproben werde bei ausgetauschten Batterien geprüft, ob sie tatsächlich defekt sind.
Damit werde die Qualität des Batterieaustausches gesichert. Der ADAC bestätigte unterdessen, dass er den Mitarbeiter seiner Straßenwacht eine Leistungsprämie „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ vom Gesamtgehalt zahle - dabei werde auch der Austausch von defekten oder leeren Batterien berücksichtigt.

Den Recherchen der beiden Medien zufolge berichteten Pannenhelfer, die nicht namentlich genannt werden wollten, von Druck im ADAC, möglichst viele Batterien zu verkaufen. Laut Pannenstatistik gab es demnach im Jahr 2012 insgesamt 685 751 Fälle, in denen Autos wegen Batterie-Problemen liegenblieben. In 165 000 Fällen, also bei fast jedem vierten Autofahrer, habe der ADAC nach eigenen Angaben neue Batterien verkauft. Die dabei erzielten Umsätze und Gewinne nenne der Autoclub jedoch nicht.

Wednesday, January 15, 2014

Schwächeres Wirtschaftswachstum seit 2009 - aber kaum neue Schulden


Seit dem Rezessionsjahr 2009 ist die deutsche Wirtschaft nicht mehr so schwach gewachsen wie 2013. Das Bruttoinlandsprodukt legte lediglich um 0,4 Prozent zu.

Die deutsche Wirtschaft ist 2013 so schwach gewachsen wie seit dem Rezessionsjahr 2009 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin mitteilte. 2012 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht, 2011 sogar zu 3,3 Prozent. Die Bundesbank sagt für dieses Jahr einen Aufschwung voraus und rechnet mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2015 auf 2,0 Prozent beschleunigen soll.

Der private Konsum kletterte um 0,9 Prozent. Für die Exporteure hingegen war es eher ein enttäuschendes Jahr. Die Ausfuhren stiegen nur um 0,6 Prozent, nach 3,2 Prozent 2012. Wegen der Unsicherheit behielten viele Firmen Pläne für neue Investitionen in der Schublade. Die Wirtschaft steckte 2,2 Prozent weniger in Maschinen und Anlagen. Die Bundesbank sagt für dieses Jahr einen Aufschwung voraus und rechnet mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2015 auf 2,0 Prozent beschleunigen soll.
Gleichzeitig hat der deutsche Staat neue Schulden gemacht - wenn auch nicht sehr hohe. Die Haushalte von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialkassen konnten 2013 zum zweiten Mal in Folge klar die EU-Defizitgrenze von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) einhalten. Der Fehlbetrag lag bei 1,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 0,1 Prozent vom BIP. 2012 hatte der deutsche Staat ein kleines Plus von 0,1 Prozent erwirtschaftet. In diesem Jahr halten die Bundesbanker einen Überschuss von knapp 0,5 Prozent für möglich. Auch Steuerschätzer rechnen mit einer positiven Bilanz. "Konjunkturbedingt dürfte der Haushaltsüberschuss weiter steigen", sagte Götz Zeddies vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Mitglied im amtlichen Arbeitskreis Steuerschätzung. "Die Steuereinnahmen werden kräftig zulegen - vor allem wegen der wachsenden Beschäftigung, ordentlichen Lohnerhöhungen und den zunehmenden Konsumausgaben."
Der Bund für sich allein genommen hat im vergangenen Jahr weniger neue Schulden aufgenommen als im Haushalt veranschlagt. Die Nettokreditaufnahme lag 2013 trotz Sonderbelastung durch die Fluthilfe bei 22,1 Milliarden Euro und damit 3,0 Milliarden unter der vom Parlament genehmigten Neuverschuldung. Das teilte das Bundesfinanzministerium am Mittwoch in Berlin mit. Ab 2015 will der Bund ohne neue Schulden auskommen.

Weltbank blickt optimistisch auf globale Konjunktur

Nach dem jüngsten Bericht der Weltbank gibt es für die globale Konjunktur deutliche Zeichen der Erholung: Fünf Jahre nach der Finanzkrise hätten endlich auch die Industriestaaten ihre Schwäche überwunden, zudem werde die Konjunktur weiter vom Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern angetrieben, schrieb die Weltbank in ihrem Bericht zur Lage der Weltwirtschaft. Demnach wird erwartet, dass die Weltwirtschaft von 2,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 3,2 Prozent in diesem Jahr zulegt und in den darauf folgenden Jahren weiter auf 3,4 und 3,5 Prozent anwächst

In den Entwicklungsländern wird mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von zuletzt 4,8 Prozent auf 5,3 Prozent im laufenden Jahr gerechnet. Dies sei zwar gut zwei Prozentpunkte weniger als in den Jahren vor der Finanzkrise 2008, doch sei dies kein Grund zur Sorge, schrieb die Weltbank. Vielmehr bedeute es eine positive Abkühlung gegenüber dem nicht nachhaltigen Turbo-Wachstum vor der Krise und liege immer noch deutlich höher als in den 1980er und den frühen 1990er Jahren. Getrieben werde die Entwicklung auch weiter von dem starken Wachstum in China.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsexperten in Washington wird die Konjunktur in den Industrieländern zunehmend weniger durch die mit der Krise verbundene politische Unsicherheit und die Sparpolitik belastet werden. Die Weltbank rechnet damit, dass das Wachstum von 1,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,2 Prozent in diesem Jahr ansteigt. 2015 und 2016 werde es sich dann bei 2,4 Prozent stabilisieren. Am deutlichsten sei das Wachstum in den USA, wo dieses Jahr mit einem Plus von 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gerechnet werde'

In der Eurozone erwartet die Weltbank für dieses Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent, nachdem die Wirtschaftsleistung zwei Jahre in Folge zurückgegangen war. 2015 und 2016 werde es dann 1,4 und 1,5 Prozent erreichen. "Globale Wirtschaftsindikatoren zeigen eine Verbesserung. Man muss aber nicht besonders scharfsinnig sein, um zu sehen, dass unter der Oberfläche weiter Gefahren lauern", erklärte der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu. Zwar habe die Eurozone die Rezession überwunden, doch das Pro-Kopf-Einkommen ginge in einigen Ländern weiter zurück. (rtr/dpa/AFP)

Sued Air Berlin Flughafen


Der Flughafen BER wird langsam fertig - und sehr schnell immer teurer. Air Berlin hat die Flughafengesellschaft auf mindestens 48 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Der zuständige Richter regte einen Vergleich zwischen den beiden Parteien an.

Das Gericht sei bereit, ein "Grundurteil" zu fällen, auf dessen Basis sich beide Seiten auf die Höhe der Zahlung verständigen könnten, sagte der Vorsitzende Richter Lothar Köhn bei der Eröffnung des Zivilprozesses um eine Millionenklage von Air Berlin wegen der geplatzten Eröffnung des BER am Mittwochmittag. Richter Kühn regt ausdrücklich zügige Vergleichsverhandlungen zwischen Air Berlin und der Flughafengesellschaft an. Die Kammer habe die Tendenz ihrer beabsichtigten Entscheidung klar erkennen lassen, sagte Kühn. Damit dürfte klar sein, dass die Schadenersatzzahlung deutlich niedriger als die von der Fluggesellschaft geforderten 48 Millionen Euro ausfallen wird.


Zu Prozessbeginn, bei dem weder Air-Berlin-Manager noch die Chefs der Flughafengesellschaft im Potsdamer Landgericht anwesend waren, hatte es für Air Berlin nicht gut ausgesehen. Richter Kühn führte an, dass nach vorläufiger Auffassung der Kammer kein Rechtsverhältnis zwischen Flughafen und Air Berlin bestanden hätte. BER sei kein Flughafen gewesen, sondern nur ein Projekt. "Wir meinen: Auch öffentliche Reden, Werbung, Mitteilungen politischer Stellen können nicht so gewertet werden, dass von einem Rechtsbindungswillen des Flughafens auszugehen war", sagte Richter Kühn. Zum Zeitpunkt der Flugslots für Air Berlin, den die Gesellschaft in Schadenersatzklage anführt, habe kein Flughafen existiert. "Er war weder zugelassen, noch baulich abgenommen." Zudem wies er darauf hin, dass Air Berlin alle für BER geplanten Flüge seitdem in Tegel abwickeln konnte.
Die Kammer sah aber zumindest ein vorvertragliches Verhältnis und damit eine Rücksichtnahme- und Aufklärungspflicht. Die Flughafengesellschaft hätte Air Berlin darüber informieren müssen, dass der Eröffnungstermin am 3. Juni 2012 womöglich nicht sicher war. Die Kammer kündigte an, den Flughafen zu besuchen, da laut Kühn der Zustand weitgehend noch so sei wie im Sommer 2012.

Air Berlin fordert Feststellung der Schadenersatzpflicht

Air Berlin hat die Berliner Flughafengesellschaft wegen der geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens auf mindestens 48 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Das hatte der Sprecher des Potsdamer Landgerichts, Frank Tiemann, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa bestätigt. Die Airline verlangt auch die grundsätzliche Feststellung der Schadenersatzpflicht des Flughafenbetreibers sowie die Erstattung der weiteren Verluste bis zur tatsächlichen Eröffnung, deren Zeitpunkt bislang noch völlig offen ist. Nach Informationen der dpa liegt der weitere Schaden für die Airline pro Monat bei gut einer Million Euro.
Airline-Sprecher Mathias Radowski wollte die genaue Höhe der Klage-Summe nicht nennen, sprach aber von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag. Air Berlin geht es um die Erstattung von Verlusten, die durch die geplatzte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld im Juni 2012 entstanden sind. Dazu zählten ungenutzte Immobilien und der Mehraufwand auf dem Flughafen Tegel. "Die gesamte Höhe des Schadens ist noch nicht zu beziffern, weil sie von dem endgültigen Termin der Eröffnung des Hauptstadtflughafens abhängt", erklärte Radowski. "Wir sind aber weiterhin an einer außergerichtlichen Einigung interessiert."

Jetziger BER-Chef Mehdorn hat Klage einst selbst initiiert

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte die Klage als vormaliger Chef von Air Berlin noch selbst initiert. Im Flughafen-Sonderausschuss des Brandenburger Landtags hatte er am Montag erklärt, die Flughafengesellschaft habe der Airline einen Vergleich in Höhe von rund zehn Millionen Euro anbieten wollen. Dem habe aber der Aufsichtsrat nicht zugestimmt. "Wir werden nun aber sicher zu einer Einigung kommen", sagte Mehdorn. (mit dpa)

Friday, January 3, 2014

Die Auswirkungen der Überschwemmungen Geldscheine ohne Ende




Die Zinsen sind weltweit so niedrig wie nie, doch die Inflation zieht trotzdem nicht an. Warum eigentlich?


An den Abend Mitte November im New Yorker Rockefeller Center erinnert sich Jussi Pylkkänen noch immer gerne. „Es war ein historischer Moment“, schwärmt der Chefauktionator des Hauses Christie's. Für fast 500 Millionen Euro hatte er Kunstwerke an den Mann gebracht, darunter das Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon. Ein unbekannter Käufer blätterte am Ende 106 Millionen Euro auf den Tisch, ein Rekordpreis für ein Einzelstück. Überrascht ist Pylkkänen von den immensen Summen nicht. „Wenn heute ein wirklich großartiges Kunstwerk auf den Markt kommt, ist nur noch die Frage, wie viele Bieter sich darum streiten“, erzählt er.

Das Bacon-Bild werde kein Einzelfall bleiben. „Wir werden noch mehr Preise um die 100-Millionen-Dollar-Marke erleben“, glaubt er.
Das liegt nicht nur daran, dass es immer mehr Freunde der schönen Künste gibt. So viel Geld wie noch nie schwirrt um den Globus, und die Besitzer wollen es nicht aufs Konto legen. Kunst, Oldtimer oder Immobilien sind als Anlageziele gefragt. Vor allem aber Anleihen und Aktien. Dax und Dow Jones sind 2013 um mehr als 25 Prozent gestiegen, der japanische Nikkei-Index gar um 55 Prozent. Zwar lässt die US-Notenbank Federal Reserve die Druckerpresse seit Januar langsamer laufen. „Aber die anderen wichtigen Zentralbanken bleiben mit dem Fuß auf dem Gas“, sagt Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank.

Die Fed hat ihre Bilanzsumme seit Beginn der Finanzkrise fast vervierfacht, indem sie Wertpapiere gekauft hat. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) verdoppelte sich im gleichen Zeitraum die Bilanzsumme. Paradox ist: Warnungen vor einem Inflationsschub sind dennoch nicht zu hören. Kaum ein Ökonom fürchtet, dass die Liquiditätsspritzen, die das Weltfinanzsystem seit Jahren von den Notenbanken bekommt, bald auch die Preise auf den Gütermärkten befeuern könnten.

Die Angst vor Inflation wächst

Dabei sind die Deutschen beunruhigt. Schon zu Silvester 2012 gaben in einer Umfrage 42 Prozent an, große Angst vor Geldentwertung zu haben. Die Bedenken sind zuletzt noch gewachsen: 46 Prozent, also fast jeder Zweite, rechnen mit einem deutlichen Preisanstieg, ergab eine Studie der Bank of Scotland. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind die Sorgen am größten. Tatsächlich sind zwar Lebensmittel in den vergangenen zwei Jahren deutlich teurer geworden, vor allem Obst mit 13 Prozent und Fleisch mit neun Prozent. Doch zugleich verbilligten sich Benzin und Heizöl spürbar. Insgesamt blieb die Teuerung mit 1,3 Prozent im November im Rahmen. Im Euro-Raum lag die Rate nur bei 0,9 Prozent. Bei knapp unter zwei Prozent sieht die EZB Preisstabilität.
Dass sich bei den Preisen so wenig tut, liegt zum einen an den Währungshütern selbst. „Für jeden Euro, den wir zuführen, schöpfen wir wieder einen Euro ab“, hatte EZB-Präsident Mario Draghi versprochen. Zum anderen ist Europas Konjunktur zu schwach, trotz der guten Aussichten in Deutschland. Die EZB fürchtet derzeit eher eine Deflation, also sinkende Preise. „Inflationsgefahr wird es nur geben, wenn die Wirtschaft Europas richtig anzieht“, sagt Carsten Brzeski, Chefökonom der Bank ING Diba. „Aber das wird 2014 noch nicht passieren.“

Europa kommt nur mühsam aus der Krise

Denn dazu ist die Arbeitslosigkeit noch zu hoch. Jeder achte Bürger in der Euro-Zone sucht derzeit einen Job. „Tariferhöhungen in der Bundesrepublik von gut drei Prozent reichen nicht, um eine hausgemachte Lohn-Preis-Spirale zu erzeugen“, urteilt Christian Schulz von der Berenberg Bank. Auch der Euro-Wechselkurs sorgt momentan nicht für steigende Preise. Eigentlich müsste die Währung angesichts der laxen Zinspolitik der EZB unter Abwertungsdruck stehen. Weil die Notenbanken Großbritanniens, Japans und der USA beim Gelddrucken aber noch radikaler agieren, passiert dem Euro das Gegenteil: Er gewinnt an Wert.
In Deutschland kommt das viele Kapital zwar bei den Unternehmen an, die Banken sind derzeit freigiebig wie noch nie. In Südeuropa ist es umgekehrt, dort halten sich die Institute zurück. Womöglich müssen die Notenbanker Neuland betreten, um die Blockade zu lösen. Dabei können sie sicher sein, dass die Preise vorerst unter Kontrolle bleiben. „Die Inflation wird wohl noch mehrere Jahre unter zwei Prozent liegen“, erwartet Commerzbank-Mann Krämer.
Es sei denn, es geht um Aktien oder Immobilien in gefragten Regionen. „Kleinere Blasen sind durchaus möglich“, warnt ING-Mann Brzeski. „Die Anleger müssen deshalb aufpassen, sich nicht in risikoreiche Produkte drängen zu lassen.“

Porsche eröffnet neues Werk

Die großen Autohersteller haben kräftig in ihre ostdeutschen Standorte investiert, allen voran bei Leipzig. Bei Porsche und BMW rollen neue Modelle vom Band.

Der Stuttgarter Autobauer Porsche hat seine Großinvestition im Leipziger Werk abgeschlossen: Am 11. Februar wird die neue Macan-Fabrik mit eigenem Karosseriebau und eigener Lackiererei offiziell eröffnet. Doch die Serienproduktion für den Porsche Macan, den kleinen Bruder des sportlichen Geländewagens Cayenne, hat schon begonnen. Bis zu 50 000 Exemplare sollen nach den Angaben einer Sprecherin pro Jahr gebaut werden. In die neue Fabrik hat Porsche 500 Millionen Euro investiert und erstmals öffentliche Beihilfen in Anspruch genommen. Es entstanden 1500 neue Arbeitsplätze.
 
 
Porsche hatte 2013 noch vor Ablauf des Jahres seinen Verkaufsrekord von 2012 übertroffen. In den ersten elf Monaten des Jahres 2013 steigerte der Autobauer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seine Auslieferungen um 14,2 Prozent auf 147 290 Autos. Im gesamten Jahr 2012 lieferte das Unternehmen 141 075 Autos aus.
Insgesamt erwartet die deutsche Autobranche nach Krisenjahren ein starkes Jahr 2014. Nach Einschätzung des Verbandes der Automobilindustrie VDA ist die Trendwende dank wieder anziehender Nachfrage auf dem europäischen Automarkt geschafft. Nach Einschätzung des VDA werden deutsche Hersteller weltweit etwa 14,7 Millionen Autos produzieren. Das wären 3,5 Prozent mehr als 2013.

BMW setzt in Sachsen auf Elektroautos

BMW will in seinem Leipziger Werk mit den eigens konstruierten Elektroautos Automobilgeschichte schreiben. Seit Herbst wird hier der i3 hergestellt. Noch in diesem Jahr kommt der Hybridsportwagen i8 dazu. Wann genau Serienstart für den BMW i8 ist, stehe noch nicht fest, sagte ein Werkssprecher. Für den i3 lägen mittlerweile 10 000 Bestellungen und weltweit 100 000 Anfragen nach Probefahrten vor.

Laut VDA sind bis Oktober 2013 in Deutschland nur 6200 E-Mobile auf den Straßen gefahren. Neben dem i8 soll 2014 der BMW Concept Active Tourer in Serie gehen. Das ist das erste von BMW mit einem Frontantrieb ausgestattete Auto. Die Münchner investierten in die Werkserweiterung in Leipzig 400 Millionen Euro. 800 neue Arbeitsplätze entstanden.
Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit arbeiten in Deutschland knapp 833 000 Menschen in der Automobilbranche, davon 92,6 Prozent im Westen. In Sachsen gehört die Autobranche dennoch zu den strukturbestimmenden Wirtschaftszweigen. Mit rund 29 590 Beschäftigten arbeitet die Hälfte aller Mitarbeiter der Autobranche im Osten in Sachsen. (dpa)

Saturday, December 21, 2013

Verdi abgeschlossen Amazon wöchigen Streik



Sechs Tage lang dauerte der Ausstand beim Versandhändler Amazon. Nach den Aktionen ist zunächst noch offen, ob auch das Umtauschgeschäft bestreikt werden soll.
Ende einer Streikwoche: Beim Online-Versandhändler Amazon haben die Beschäftigten am Samstag vorerst zum letzten Mal die Arbeit niedergelegt. Ob die Gewerkschaft Verdi im Umtauschgeschäft nach den Weihnachtstagen erneut zum Streik aufrufen wird, blieb zunächst offen. Derzeit seien noch keine Aktionen geplant, sagten mehrere Verdi-Sprecher. „Wir müssen nach den sechstägigen Streiks erst einmal durchatmen und die Aktionen auswerten“, so Verdi-Sprecherin Mechthild Middeke am Samstag. Der Gewerkschaft zufolge beteiligten sich am letzten Streiktag rund 650 Mitarbeiter an den Ausständen in den Versandzentren Bad Hersfeld und Leipzig.
Eine Amazon-Sprecherin wollte den bisherigen Angaben am Samstag auf Anfrage nichts hinzufügen und verwies auf den Stand von Freitag.
Das Unternehmen hatte immer wieder betont, dass die Streiks keine Auswirkungen auf die Lieferungen im Weihnachtsgeschäft hätten. Nur eine Minderheit der 23 000 Beschäftigten an den acht deutschen Standorten sei im Ausstand gewesen.
Die Gewerkschaft bekräftigte ihren Plan, im kommenden Jahr zu neuen Arbeitsniederlegungen aufzurufen. „Unser Ziel ist es, einen Tarifvertrag und damit verbindliche Regelungen für die Amazon-Beschäftigten zu erreichen“, sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago in Leipzig. Deswegen werde die Gewerkschaft dran bleiben. „Wir hoffen, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass sich ein Unternehmen mit einer Friedenspflicht besser führen lässt als mit dauerhafter Streikgefahr.“ Die Verdi-Verantwortlichen werteten den mit sechs Tagen bisher längsten Ausstand des Konflikts als Erfolg. Es sei gelungen, Unruhe in die Abläufe zu bringen. Amazon habe größere Anstrengungen unternehmen müssen, um umzuplanen, sagte Verdi-Sprecherin Middeke.
„Wir wissen aber auch, dass wir noch nicht die Kraft und Organisationsstärke haben, um Amazon in Verhandlungen zu zwingen.“ Für Amazon ist es nach Ansicht von Branchenbeobachtern ohnehin leicht gewesen, sich auf die Streiks einzustellen. In dieser Saison hat Amazon zu seinen 9000 Mitarbeitern in den acht Lagern bundesweit noch 14 000 Aushilfen engagiert. (dpa)

Verbietet Büro besten Preis Punkt der Organisation

Die besten Preise, das größte Angebot: Kunden lieben solche Versprechen. Doch das Bundeskartellamt hat dem Hotelportal HRS jetzt solche Klauseln verboten. Booking und Expedia könnten folgen.

Das Bundeskartellamt will den Wettbewerb unter den Reiseportalen im Internet sichern. Die Wettbewerbshüter forderten den Online-Anbieter HRS wie erwartet auf, Bestpreisklauseln bis zum 1. März 2014 aus seinen Verträgen mit Hotels in Deutschland zu entfernen. Diese behinderten den Wettbewerb, betonte Kartellamtschef Andreas Mundt. Auch gegen die Betreiber weiterer Hotelportale geht das Kartellamt vor.
„Bestpreisklauseln bei Buchungsportalen im Internet sind nur auf den ersten Blick vorteilhaft für den Verbraucher“, betonte Mundt am Freitag.
„Letztlich verhindern die Klauseln, dass an anderer Stelle niedrigere Hotelpreise angeboten werden können.“ Die Klauseln machten es zudem neuen Portalen schwerer, in den Wettbewerb mit Platzhirschen zu treten. Das Kartellamt hat deshalb auch Verfahren gegen die Hotelportale Booking und Expedia eingeleitet.
Die zwischen HRS und Hotels vereinbarten Bestpreisklauseln verpflichten die Herbergen, bei dem Online-Dienstleister den jeweils niedrigsten Hotelpreis, die höchstmögliche Zimmerverfügbarkeit und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen anzubieten. Hotels durften Reisenden selbst dann keine besseren Konditionen anbieten, wenn diese direkt an der Rezeption buchen wollten. Die Wettbewerbshüter hatten HRS mehrfach abgemahnt. Das Portal wendet die Klausel nach eigenen Angaben bereits seit Februar 2012 nicht mehr an und will sie nun komplett aus dem Kleingedruckten entfernen. Dennoch stehe HRS zu seinem Versprechen, den Kunden das beste Angebot zu vermitteln. Sollte ein Hotel über ein anderes Portal günstiger sein, erstatte man dem Kunden auch weiterhin die Differenz.

Das Kartellamt hat den boomenden Online-Markt verstärkt ins Visier genommen. So hatte der Online-Händler Amazon auf Druck der Behörde jüngst Tiefstpreisgarantien auf seinem Marktplatz „Market Place“ gestrichen. mit rtr